Island und die Färöer vereinbaren eine gemeinsame Wirtschaftszone. Für die Färöer ist es der größte selbstständige außenpolitische Schritt ihrer Geschichte.
Das Abkommen wurde vom isländischen Außenminister Davíð Oddsson und dem färöischen Ministerpräsidenten Jóannes Eidesgaard im Nationalmuseum der Färöer in Hoyvík unterschrieben, einem Vorort der Inselhauptstadt Tórshavn.
Von nun an herrscht freier Waren- und Dienstleistungsverkehr zwischen beiden nordatlantischen Ländern. Isländische und färöische Firmen und Einzelpersonen genießen volle Freizügigkeit im jeweils anderen Partnerland. Bereits am 2. September trat die Aufhebung aller Zölle in Kraft.
Die historischen und kulturellen Bindungen zwischen den Färöern und Island gelten als besonders eng. Beide Völker besiedelten diese Inseln ab dem 9. Jahrhundert und stammen von norwegischen Wikingern ab. Die isländische Sprache und das Färöische sind nah miteinander verwandt und daher gegenseitig verständlich. Beide Länder waren über Jahrhunderte norwegische und später dänische Kolonien. Während Island heute eine Republik ist (seit dem 17. Juni 1944), gehören die Färöer außenpolitisch noch zu Dänemark, befinden sich aber in einem stetigen Autonomieprozess, der dieses Jahr mit dem Vertrag von Fámjin eine neue Grundlage erhalten hat.
Wichtigster Wirtschaftsfaktor beider nordischer Länder ist die Fischerei. Beide sind nicht Mitglied der EU und haben eine 200-Seemeilen-Zone errichtet, in denen keine anderen Nationen ohne Sondergenehmigung fischen dürfen. Einzige traditionelle Ausnahme: die Färinger dürfen vor Island fischen und umgekehrt dürfen die Isländer in färöischen Gewässern fischen. Auch wenn die Fischerei in dem neuen Abkommen vorerst ausgeklammert ist, so geht man auf beiden Seiten davon aus, dass auch hier sehr bald alle noch bestehenden gegenseitigen Beschränkungen aufgehoben werden.